ZiMT Journal Club Februar 2019: Dr. med. Polyxeni Bouna-Pyrrou / Internet-Gaming-Störung

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Dr. med. Polyxeni Bouna-Pyrrou, Universitätsklinikum Erlangen, Psychiatrie

Internet-Gaming-Störung und Störung der Nutzung von sozialen Netzwerken

Im Jahr 2013 hat die American Psychiatric Association die Internet-Gaming-Störung (IGD) in den Anhang der fünften Version des Diagnostic and Statistical Manual for Mental Disorders (DSM-5) aufgenommen, als eine Bedingung, die weitere Untersuchungen erfordert. Dies hat zu einer raschen Zunahme der Forschung über süchtig machende Internetaktivitäten geführt. Allerdings ist eine weitere Bewertung der Kriterien für IGD und Social Network Disorder (SND) erforderlich.

In früheren Studien haben wir festgestellt, dass die pathologische Nutzung von Internetspielen und sozialen Netzwerken Ähnlichkeiten mit substanzbezogenen Störungen aufweist (z.B. Lateralität, Suchtbedingungen; Bouna-Pyrrou et al. 2015). Darüber hinaus haben wir niedrigere 2D:4D-Werte bei pathologischen Videospielern festgestellt als bei gesunden Kontrollpersonen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die intrauterine Sexualhormon-Exposition das Risiko für die spätere pathologische Nutzung von Internetspielen und sozialen Netzwerken moduliert (Kornhuber et al. 2013). Zuletzt haben wir eine gute interne Konsistenz, Konstruktvalidität, Retestzuverlässigkeit und Langzeitstabilität der SND- und IGD-Kriterien in deutschsprachigen Kohorten nachgewiesen. Unsere Daten unterstützen gute psychometrische Eigenschaften der SND- und IGD-Kriterien und beschreiben das Suchtpotenzial von Social-Networking-Sites (Bouna-Pyrrou et al. 2018).